Essay zum  Sterndlspritzer - eine etwas andere Weihnachtsgeschichte.

In den letzten Jahren nimmt die Verwendung von Pyrotechnikartikel überhand. Raketen, Böller, Bengalische Feuer, Rauchtöpfe u.v.m. Bei jeder Gelegenheit, sei sie auch noch so nichtig, werden diese Dinger eingesetzt. Das Zeug war auch noch nie so billig wie heute, die freie Marktwirtschaft macht es möglich.

Jeder, der diese Dinge einsetzt, muss sich im Klaren darüber sein, dass er dies nicht nur zu seinem Vergnügen macht. Er beeinträchtigt mit Sicherheit immer andere Menschen. Mit Lärm, mit giftigen Rauch, mit Feinstaub, mit Licht und unter Umständen auch persönlich mit Feuer, Verletzungen und auch den Tod. Abgesehen einmal von der Gefahr, die für ihn selbst besteht.



Die Wirtschaft steht massiv dahinter, sind doch ordentliche Gewinne zu erzielen. Ja – ihr Mitterlehners und ihr Leiteln, ihr steht an der vordersten Front der Geschäftemacherei mit dem Unglück und im Geschäft mit der gesundheitlichen Beeinträchtigung der Mitmenschen. Natürlich ist alles gesetzlich, was sonst. Die Wirtschaft hat schon dafür gesorgt, dass die gesetzlichen Normen den Profitmachern nicht im Wege stehen.

Alle Feuerwerkskörper verursachen Rauch, das ist giftiger Feinstaub in unglaublichen Mengen. Mehrtausendfache Überschreitungen von Grenzwerten werden bei Feuerwerken erreicht. Giftig weil der Feinstaub (PM10) nicht aus den Lungen heraus transportiert werden kann und giftig weil die Abbrandrückstände von den verwendeten Farb- und Treibsätzen selbst schon giftig sind. So ist es durchaus an der Zeit, die Feuerwerks-Unkultur zu überdenken. Weihnachten – Neujahr – Marktfeste – Volksfeste – Sportveranstaltungen – Hochzeiten – Geburtstage, geschossen und geböllert wird auch ohne Grund.

Feuerwerke sind immer mit extremem Lärm verbunden. Sie sind darauf ausgelegt, Lärm in großer Intensität zu erzeugen. An keinem Arbeitsplatz darf so viel Lärm wie bei einem Feuerwerk sein. Feuerwerke werden ohne Rücksicht auf Ruhesuchende und ruhebedürftige Menschen abgebrannt.

Zum Weihnachtsfest wird neben der Heiligen Nacht, auch die Stille Nacht besungen. Es ist nicht nur ein Weihnachtslied, für Österreich sicher auch ein international bekanntes Markenzeichen und eine Hymne an das religiöse Liederschaffen. So könnte man doch die besungene Stille zu Weihnachten durchaus einmal real werden lassen. Der Feuerwerksverzicht wäre daher nicht nur eine gesundheitsfördernde Maßnahme, sondern auch ein Ausdruck von gelebter Kultur.

Im Umkehrschluss ist es durchaus zulässig, bei Feuerwerksbefürwortern von Kulturlosigkeit in hohem Ausmaß zu sprechen. Das gilt auch für die Feuerwerks-Feinstauborgien von André Heller. Es ist nicht alles gut, was machbar ist. Zur Kunst hochstilisierter Feinstaub in allen Farbvarianten kann nicht Kultur sein, die Gesundheit vieler Menschen wird dadurch beeinträchtigt. Ich schreibe das durchaus im Bewusstsein, was es bedeutet, die Kunst eines André Heller zu kritisieren. Es ist nicht allgemein und hat mit der Person selbst nichts zu tun.

Weitaus die Meisten Feuerwerksartikel werden in China und Indien hergestellt. In diesen Ländern haben Feuerwerke schon eine sehr alte Tradition, was sie allerdings auch nicht besser macht. Das niedrige Lohn- und Sozialniveau macht es möglich, dass bei uns die Feuerwerke mit guten Gewinnen gehandelt werden können. Jeder, der bei uns ein Feuerwerk einkauft, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er Produkte verwerflichster Kinderarbeit benützt, also die Kinder ausnützt. Verwerflich in vielerlei Hinsicht, der geringe Lohn ist nur ein Teil der Geschichte. Die gefährlichen Explosivstoffe hinterlassen bei Unfällen Tod und Elend. Jedes Kind, das einen Feuerwerksunfall nicht überlebt, hat Glück, denn ein Leben als verstümmelter, ist in diesen Ländern eine für uns unvorstellbare Katastrophe menschlichen Leids.

Die für Treib- und Farbsätze verwendeten Chemikalien werden meist ohne Schutz für Haut und Atemwege verarbeitet. Nach wenigen Jahren sind es dann die Krüppel, wegen geschädigter Lungen, die nur noch ein Leben im Siechtum für wenige Jahre als Zukunft haben – ohne soziale Zuwendungen und Heimhilfe, wie sie bei uns bekannt ist.

Jeder mitteleuropäische Feuerwerkskäufer kann sich selbst davon überzeugen z.B. in Indien. in Sivakasi, wo cá 50.000 Kinder in der Feuerwerksindustrie arbeiten, je nach Saison bis zu 100.000! Es reicht auch schon der Feuerwerksbazar  in New Delhi. Wer sich nur getraut dorthin zu gehen und nicht nur in ein Nobelhotel in einem der klassischen Touristenziele. Mir machten die Unmengen von Sprengstoff ausreichend Angst, so dass ich die Lokalität wieder so schnell wie Möglich verlassen habe. Sollte dennoch wer den Mut haben und dorthin gehen, werden Menschen auffallen, mit dunklen schwarzblauen oder schwarzroten Händen. Die sind von den in das Gewebe eingezogenen Chemikalien verfärbt. Es wurde uns gesagt, dass bei manchen auch die Knochen die Farbe annehmen, wir konnten das nicht überprüfen. Doch allein dieser Anblick macht deutlich, was da an sozialem Elend abgeht.

Wie wenn das noch nicht genug wäre, Raketenschießer und Böllerwerfer sind auch noch aktiv an der Umweltvergiftung beteiligt. In sehr vielen Feuerwerkskörpern sind nennenswerte Mengen an HCB (Hexachlorbenzol) einer längst geächteten und total verbotenen Substanz, eines der gefährlichsten und sehr langlebigen Umweltgifte.

Was haben Feuerwerksraketen mit gentechnisch veränderten Kulturpflanzen zu tun? So auf’s erste Hinsehen nichts. Geht man dann doch genauer an die Problematik heran, stellt sich das folgendermaßen dar. Die weit verteilten und herabregnenden kleinen Sterne in den Farbsätzen der Raketen beinhalten kleine Kügelchen, die aus Rapssamen, welche mit einer färbig abbrennenden Hülle ummantelt sind, bestehen. Diese Rapssamen überleben den „Abschuß“ teilweise, da konstruktionsbedingt die Kügelchen nicht zu 100% gezündet werden können. Das ist bekannt, die „Überlebensrate“ der Küglechen beträgt etwa 5% und diese sind dann auch noch keimfähig. Nun stammen die Raketen aus Ländern, die keine Restriktionen bezüglich GVO (Gentechnisch veränderte Organismen) haben. Somit kann davon ausgegangen werden, dass in einer einzigen Silvesternacht, ausreichend GVO-Raps über die Landschaft verteilt wird. Die weitere Verteilung geht dann über den Pollen, was  von Honigbienen und Rapsglanzkäfer als primäre Bestäuber, aber auch von allen anderen rapsblütenbesuchenden Insekten besorgt wird. Es ist nur eines diesbezüglich absolut sicher, Importkontrollen auf GVO-Saatgut werden bei pyrotechnischen Artikeln nicht durchgeführt. Nachdem zu Silvester, Raketen um cá. 9 Mio. Euro allein in Österreich verschossen werden, könnten durchaus einige keimfähige Körner den richtigen Platz erwischen.

Lieber Leser dieser Zeilen, solltest du unter dem Christbaum stehen und einen Sterndlspritzer anzünden, um einem Kind, eventuell dem Enkelkind, zu leuchtenden Augen zu verhelfen, denke bitte neben deiner eigenen Freude auch an die andere Seite. An Leid, Elend, Ausnützung, Kinderarbeit und und … … … http://www.onlinefootage.tv/frontend_dev.php/video/show/id/6910

http://indische-wirtschaft.de/?p=1812

http://www.wsws.org/de/2001/mar2001/chin-m24.shtml

http://www.frontlineonnet.com/fl1709/17090400.htm

http://www.dol.gov/ilab/media/reports/iclp/sweat/india.htm

http://www.angelfire.com/co3/NCFS/menu.html

http://www.stop-fireworks.org/

http://www.stop-fireworks.org/zusammensetzung.htm

http://muerzzuschlag.unserdaheim.at/artikel/366854/1/Giftstoffe_in_Feuerwerksk%C3%B6rpern

http://www.google.at/url?sa=t&rct=j&q=das%20bestgeh%C3%BCtete%20geheimnis&source=web&cd=5&sqi=2&ved=0CEoQFjAE&url=http%3A%2F%2Flibrary.fes.de%2Fpdf-files%2Fnetzquelle%2F01309.pdf&ei=InXvTq2eKIfH8gPRn4WZCg&usg=AFQjCNE_RcdfVcTAbAs-SglC1spwpcPIKg&cad=rja

http://www.taz.de/!63602/

 

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