Gedanken zur Jagd - Ernst Hüttinger

Anlassfall: Abschuss der Seeadler im nordöstlichen Niederösterreich und die Beutegreiferverordnung.

Wie der folgenden Zeitungsmeldung zu entnehmen ist, hat das Gericht kein Problem mit dem Seeadlerabschuß, sie kommen zu einer vollkommen irrelevanten Argumentation. Was soll man eigentlich von der Gerichtsbarkeit halten?

Für mich bestätigt sich damit zum wiederholten male, eine doch schon ältere Beobachtung, dass Personen mit einer Waffe in der Hand (Exekutive, Soldaten, Jäger, Zuhälter u.ä.), besonders präpotent, aggressiv, rücksichtslos, überheblich u.s.w. handeln können. Dabei ist das natürlich nicht ausnahmslos so und eine Verallgemeinerung ist keinesfalls zulässig. In allen genannten Gruppen gibt es durchaus Menschen, auf die diese Feststellungen nicht zutreffen.

Der Superlativ ist anwendbar, mit der stärksten, schnellsten, genauesten, besten Waffe in der Hand, kann man sich eben wesentlich mehr (am meisten) erlauben, auch gegen das Gesetz verstoßen. Und unsere hochgelobte Gerichtsbarkeit hat damit kein Problem.

Es wird schon so sein, dass der Jäger den oder die geschossenen Seeadler nicht gleich mit der Waffe verteidigt. Aber sein Verhalten zeigt in Richtung überheblicher Stärke, ich meine damit den Umstand, dass darüber gesprochen wird, dass er 2 geschossen hätte, also eine Wiederholung. Für mich sind das kranke Persönlichkeiten, denen das Recht eine Waffe zu führen entzogen werden müsste. Noch dazu ein Polizist, der, wie man vermuten könnte, auch ein gewisses Rechtsbewußtsein haben müsste.

Wie wir aus jagdlicher Tradition wissen, ist in der Geschichte der Jagd, ein Mord nahezu nicht mehr als nur ein Kavaliersdelikt. Die Ermordung von Pius Walder (es war 1982!) zeigt, dass das Kapitel der ermordeten Wilderer nicht irgend etwas aus grauer Vorzeit ist. Das Recht war immer auf der Seite der Jagdlizenz, eine Lizenz zum Töten – Rehe, Hasen, Hirschen (stellvertretend für jagdbares und nicht jagdbares Wild) und Wilderer.

Ich kenne mich da nicht so genau aus, aber diese Überlegungen sollten doch dazu führen, dass von solchen auffälligen Persönlichkeiten Psychogramme erstellt werden. Der Beitrag von Karl-Heinz Loske ist in diesem Zusammenhang durchaus lesenswert.

Auch die bei uns traditionell abgehaltenen “Raubwildtage”, wo alles erschossen wird, was der Jagdgesellschaft vor die Gewehre kommt, ist unter diesem Gesichtspunkt zu sehen. Damit wird die Macht mit der Waffe in der Hand demonstriert und das Ereignis ausgiebig in der Presse verkündet und gefeiert, wobei die Stückzahl eine wesentliche Rolle spielt. Wichtige Instanzen im ökologischen Gleichgewicht werden abwertend zum Raubzeug erklärt und in einer Gemeinschaftsaktion exekutiert. Damit es scheinbar auch Sinn macht, werden pseudowissenschaftliche Argumente und schwachsinnige Phrasen angeführt. Halali - damit ist klar, wer entscheided was lebenswert ist.

Würde ein Jäger lediglich eine Ratte schießen, damit könnte er nicht seinen Mut, sein Ego, seine Macht und sein Können unter Beweis stellen. Mit einem Seeadler hat er die gesamte Reputation „seiner Gesellschaft“ und den Respekt derer, die möchten aber nicht können.

Bei diesen Überlegungen ist es vollkommen unerheblich, ob der Greifvogelabschuß durch die Beutegreiferverordnung gedeckt ist oder nicht. Denn jene die schießen sind mit denen die verordnen, weitgehend ident. Die Schießer haben sich die Verordnung selbst geregelt. Das Sprichwort: „Man hat den Bock zum Gärtner gemacht“ trifft haarscharf.

Niederösterreich ist so – nicht anders.

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