Insektenschmuggel – einige Gedanken zu Thema.

8000 Insekten – was hat man sich darunter vorzustellen. Zuerst einmal einige dumme Journalisten, nämlich den, der das geschrieben hat und alle jene, die diese Meldung vollkommen unkritisch nachbeten. Allein die Gier nach Sensationsnachrichten lässt so extrem vertrottelte Meldungen entstehen.

Dummheit und Sensationsmeldungen sind eine gefährliche Mischung

Dummheit und Sensationsmeldungen sind eine gefährliche Mischung

8000 Insekten bringt jeder von uns in wenigen Augenblicken um, wenn er in einer lauen Sommernacht mit mit seinem Auto unterwegs ist. Wer es nicht glaubt oder versteht, soll sich doch die mühe machen, einmal die geplatzten Insektenkörper auf seiner Windschutzscheibe, dem Kühler und an der ganzen übrigen Frontseite seine Autos zu zählen.

8000 Insekten ist so verschwindend wenig, gegen die Unmengen von Insekten, die an den zahllosen, meist vollkommen unnötigen Lichtquellen zugrunde gehen.

8000 Insekten sind geradezu nichts, gegen die vielen Insekten die in die „Insektengriller“ fliegen und an den Drähten verschmort werden, nur damit die Partybesucher weniger von Stechmücken belästigt werden. Eine höchst fragwürdige Methode die Stechmücken los zu werden, denn es müssen Untersuchungen zu folge, nahezu 400 „Nichtstechmücken“ umgebracht werden, dass 1 (eine) einzige Stechmücke am „Insektengriller“ gebraten wird.

8000 Insekten sind geradezu nichts gegen die unermesslich vielen Insekten die umgebracht werden, wenn in den Touristenorten (z.B. an der Mittelmeerküste) nächtens die Insektenvergifter in den Straßen ihr Gift auf kommunale Anordnung hin versprühen, damit die Touristen nicht belästigt werden. Dazu liegen eigene Erlebnisse aus Italien, Südfrankreich, Kroatien, Türkei und Griechenland vor.

8000 Insekten sind geradezu nichts gegen die unermessliche Menge, die an den vielen Lichtquellen zu Tode kommen, und sich erst nicht einmal entwickeln können. Das viele Licht ist mit verantwortlich für den laufenden Verlust an Biodiversität in bewohnten (=beleuchteten) Gebieten.

8000 Insekten sind geradezu nichts, gegen jene Mengen, die durch die landwirtschaftliche Produktion liquidiert werden. Damit sind nur jene Schäden gemeint, die nicht direkt auf der landwirtschaftlichen Produktionsfläche passieren, sondern abseits davon so quasi als Fernwirkung.

Diese Liste könnte man nun ein ganzes Stück verlängern, aber die weit verbreitete Katzerl-, Hunderl- und Viehcherlschutzmentalität wird verhindern, dem Thema auf den Grund zu gehen.

Faktum ist (die Reihenfolge ist ohne Rang):

Insekten machen weitaus den größten Anteil aller Tierarten aus, Schätzungen gehen von 75-90% aus.

Das Anlegen einer Insektensammlung ist eine Basisarbeit für die Sicherung und Erforschung der Biodiversität, zu welcher sich viele Staaten im Rahmen internationaler Verträge verpflichtet haben.

Weitaus der größte Teil der Biodiversitätsforschung spielt sich im Nonprofitbereich ab.

Zahlreiche Insektarten haben eine sehr hohe „gesellschaftliche Relevanz“, sei es im hygienischen Bereich (medizinische Entomologie, bei Menschen und Tier) wie auch im wirtschaftlichen Bereich (Schadinsekten in der Landwirtschaft).

Die Wissenschaft stimmt im wesentlichen darin überein, dass viele Insektenarten aussterben werden, bevor sie entdeckt und beschrieben sind und deren Rolle im Gesamtökosystem bekannt ist.

Weitaus der größte Anteil der Erforschung der Insekten läuft über die vielen anonymen „Insektensammler“, denn sie sind es, die die unbedingt notwendigen Sammlungen mit den Belegstücken anlegen, um die Erforschung der Tiere überhaupt erst zu ermöglichen.

Kaum ein Staat ist heute gewillt, die Erforschung der eigenen Insektenfauna in einem adäquaten Ausmaß zum Artenanteil zu betreiben. Das war noch vor 100 Jahren noch etwas besser, heute sind die Forschungsstätten diesbezüglich ausgehungert. Auch im reichen Europa! In weitaus den meisten Staaten hat man sowieso andere Prioritäten als die Erforschung der eigenen Fauna.

Insektenforschung kann keine nationale Angelegenheit sein, denn Insekten halten sich nicht an Grenzen. Weder im Sinne ihrer Aktivität, noch im Sinne der Verbreitung der jeweiligen Art.
Jene Entomologen, die sich mit der Taxonomie und der Systematik der Insekten befassen, sind angewiesen auf internationale Zusammenarbeit im Sinne eine vollkommen freien Ausübung ihrer Arbeit.

Entomologen sind nicht in der Lage, durch ihre Sammeltätigkeit auch nur den geringsten Einfluss auf eine Insektenpopulation auszuüben.

Den Insekten, in der entomologischen im Grundlagenforschung, wozu auch das gesammelte Material der Insektensammler zählt, ist prinzipiell kein Handelswert zuzuordnen. Man kann lediglich von einer Spesenlast im Sinne des Beschaffungsaufwandes sprechen.
Im vorliegendem Fall müsste man mit 2,75€ / Stück den Reiseaufwand (Flug, Fahrzeug vor Ort, Lebenskosten), Ausrüstung, Präparation Zeitaufwand, Präparation und Konservierung Materialaufwand, Dokumentation und Bezettelung, Lagerung, Langzeitsicherung von Material und Dokumentation bestreiten. Beim genannten Betrag von 22.500 € kann es sich daher nur um den Betrag handeln, den die beiden Entomologen in ihre Sammelreise investiert haben. Von Wert zu sprechen, wo die Spesen allein den Betrag weit überschreiten, mag aus der Nomenklatur der Kredit- und Bankenkrise stammen, hat jedoch mit der Realität nichts zu tun.

Wegen diesem und einige ähnlicher Vorfälle, ist es notwendig, dass man sich auf internationaler Ebene mit dieser Thematik beschäftigt, mit dem Ziel, dass die Forschung im Rahmen der Biodiversität in ihrer vielfältigen Ausprägung ungehindert ablaufen kann.

Die nebulosen Wertvorstellungen und die vollkommene Unwissenheit und damit verbundene Unsicherheit der Behörden, lassen ein Gewirr von undurchschaubaren Vorschriften und Gesetzen entstehen, wobei es unmöglich ist, als außen stehender, eine korrekte Vorgangsweise zu finden. Das gilt nicht nur für Länder wie Peru, das ist auch bei uns in Europa nicht besser, bzw. ebenso unberechenbar.

Peru müsste eigentlich jene Personen unterstützen, die ohne Kosten zu verursachen, in ihr Land kommen, um die Arbeiten zu machen zu der sie selbst kein Möglichkeit haben. Dies gilt natürlich nicht allein für dieses Land, auch für viele andere auch. Selbst für Länder der EU und solche die es werden wollen, gilt dies mit höchster Dringlichkeit.

Eines ist nämlich absolut sicher und längst unbestritten: Die unermessliche Vielfalt der Insekten erfordert ein Heer von Entomologen und dieses ist weltweit nicht in Sicht. Lösungen für dieses Dilemma sind nicht einmal angedacht.

E.Hüttinger - Purgstall/Austria

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